Schwentinental... Ein Ort vorstädtlicher Idylle, in der sich ein Einfamilienhaus an das nächste reiht und es nach gemähtem Rasen riecht. Einkausmöglichkeiten scheinen für eine überaus lange Weile nicht vorhanden zu sein, was ausgedehnte Spekulationen über den Namen des Ortes zulässt, bis dann plötzlich nach einer langgezogenen Kurve ein beflaggter Supermarkt auftaucht. Ein sky. Hagel und Granaten. Schon wieder? Sky scheint eine Art Standardinventar zu haben, jedenfalls unterscheidet es sich jetzt nicht von anderen Filialen. Als ich an der Kasse stand, da ist mir eine Packung Marsriegel aufgefallen, die einen Clever naschen-Aufdruck hatte und darunter wurde auf weiterführende Informationen im Internet zum verantwortungsbewussten Umgang mit Süßigkeiten hingewiesen. Was zur Hölle...?
Die Flasche Mönchshof Kellerbier (0,5 Liter, 5,4%, 0,75 Euro + 15 Cent Pfand) zeigt vorne ein Kellergewölbe mit Fässern. Kulmbachs sympathisches Bier soll es sein, was eigentlich nur zu der Frage führt, ob es auch ein unsympathisches Bier aus Kulmbach gibt. Das Rückenetikett weist darauf hin, dass es sich bei diesem Bier um eine naturtrübe, bernsteinfarbene Spezialität handelt, die durch ihren urtümlich milden Charakter besonders bekömmlich ist.
Erwartungsgemäß hat das Bier eine trübe Bernsteinfarbe. Es riecht hopfig und verfügt über eine feinporige Blume, die nicht nur sehr hübsch aussieht, sondern auch sehr lange hält. Anfangs etwas wässrig und malzig, im Abgang gesellt sich Hopfen dazu. Der Nachgeschmack gestaltet sich bitter, ohne aufdringlich zu sein und hopfig.
Diese Bullenhitze. Keinen Hund möchte man da vor die T... Ne, Moment, das war beim Sauwetter. Sauwetter und Bullenhitze. Warum diese Verknüpfung mit diesen Tieren?
Was haben die damit zu getan... Oder gemacht? :D
Während ich allerdings in diesem kleinen Laden stand und etwas ratlos jedes der fünf oder sechs Biere in die Hand nahm, hatte ich allerdings anderes im Sinne. Mir lief und tropfte der Schweiß ununterbrochen vom Gesicht. Ich bin nicht für dieses Wetter gemacht... Das muss aufhören. Sofort.
Das Bier, das ich gekauft habe, war im Preis reduziert, weil gerade das MHD abgelaufen ist. Laut Verkäufer wäre das aber nicht so schlimm und es müsste trotzdem noch in Ordnung sein. Im Grunde sollte es auch kein Problem sein.
Neben diesem Bier gab es noch etwas aus Vietnam, Thailand und Tschechien.
Das Iki Beer (0,33 Liter, 4,3%, 1,20 Euro) wurde in einer braunen Glasflasche abgefüllt. Vom Etikett her ist es schlicht gestaltet worden: Durchsichtiger Aufkleber und weiße Schrift. Vorne dominiert ein asiatisches Schriftzeichen. Beim Lesen des Rückenetikettes erfährt man zum einen, das Iki Leben bedeutet und das dieses Bier gar nicht aus Asien, sondern aus Belgien kommt. Andererseits ist auch noch eine Adresse in den Niederlanden angegeben. Seltsam...
Neben Wasser, Gerstenmalz und Hopfen enthält das Bier noch grünen Tee und Yuzu. Klingt nach einem Mischgetränk, das bestens für solch heiße Tage geeignet ist.
Das Bier hat eine weiße und grobporige Schaumkrone, die sich nicht allzu lange hält. Es hat eine ziemliche trübe Honigfarbe und riecht leicht nach Zitrus.
Insgesamt frisch und wässrig, im Nachgeschmack ein leicht bitterer Zitrusgeschmack, der aber nicht lange anhält.
Sarah zu dem Bier: Ich mag das, es schmeckt nach Bier, ist aber nicht zu aufdringlich.
Fazit: Geht mal an einem wirklich heißen Sommertag.
Eine neueröffnete Kneipe in Kiel-Südfriedhof, laut Flyer die erste Kneipe für Metal, Punk und Hard Rock in Kiel. Ein wenig unbeholfen wirkt es zwar noch, besonders beim Einschenken des Weizens, aber irgendwie ist es nett, kann ich nur empfehlen. Außerdem scheint die Auswahl in Kiel ja nicht besonders groß zu sein... :D
Am 4.7. ist übrigens die offizielle Eröffnungsparty.
Kilkenny (0,3 Liter, 2,40 Euro) - Das irische Frauenbier. Kein Mann bestellt dieses Bier in der Öffentlickeit, wird jedenfalls behauptet. Wie auch immer, es sieht mit seiner roten, kupferartigen Farbe sehr ansehnlich aus. Der Schaum ist schnell weg, es riecht leicht malzig.
Anfangs frisch und malzig, dann herber. Im Nachgeschmack trocken, leicht würzig und seltsam klebrig. Irgendwie etwas dünn und nichtssagend.
Näher kommt man in diesen Gefilden wohl nicht an ein Altbier ran... Als Ersatz taugt es trotz der Ähnlichkeit aber nicht so recht... Insgesamt gefällt mir das Bier nicht so, bleibt nur eine Frage:
Sky... Schon wieder! Da krich isch Plack. Was sind das denn für eine mafiaartige Monopolstellung hier? Nicht mehr feierlich...
Kiel-Gaarden scheint etwas anatolisch angehaucht zu sein. Quasi das Reisholz Kiels. Nur mit Türken...
Der türkische Supermarkt, in dem ich vorher war, hatte aber leider kein türkisches Bier vorrätig. Ok... Da war nicht mal irgendeine Form von Alkohol, muss da wohl genau den falschen erwischt haben.
Vor dem sky ist an mir ein Typ vorbei gerollt, der hatte sowas hier an. Das hab ich ja noch nie gesehen... Und war dementsprechen erstaunt. :D
Beim Bezahlen hat mich die Kassiererin auf einen Wagen aufmerksam gemacht, der, ziemlich tiefer gelegt, vor dem Supermarkt eingeparkt wurde und mit der Schürze (Nennt man das so?) die Bordsteinkante geküsst hat. Es ist toll, wenn man gemeinsam über solche Dinge grinsen kann. Im übrigen sollte eine blinkende Einrichtung installiert werden, die mich auf die passierten Tomaten aufmerksam macht. Überall. Jedesmal laufe ich daran vorbei und suche mich dann dumm und dämlich. Das geht nicht! :D
Der Maibock von Jever (0,33 Liter, 7,4% 0,70 Euro + 8 Cent Pfand) verfügt über ein in grün gehaltenes Etikett. Im Bereich des mittigen Schriftzuges geht es ins Weiß über. Darüber ist das friesische Brauhaus abgebildet, darunter ein Bock. Der hat doch aber gar nichts mit dem Biernamen zu tun. Höchstens wenn man (Achtung, Kalauer!) keinen Bock auf das Bier hat. Öhöhö... Hach, Schenkelklopfer, verstehste, keinen Bo... Ah, äh... Hüstel, Räusper Zum Bier, bevor noch so einer kommt...!
Im Glas hat das Bier eine kräfig-goldene Farbe, es riecht nach Hopfen und Alkohol. Der Schaum ist feinporig und verschwindet nach kurzer Zeit nahezu restlos.
Anfangs ist es malzig, dann herber und leicht würzig. Im Nachgeschmack alkoholisch und wieder leicht würzig. Ein durchgehender Alkoholgeschmack begleitet jeden Schluck.
Vor dem Geschäft ist einer Angestellten das Leergut palettenweise umgekippt.
Kommentar einer älteren Frau: "Na, da is aber was umgefallen, nech?"
Ach, was... Captain Obvious has arrived. Erinnert mich an diese Bestrebung, Menschen, die einen überflüssigen Kommentar zu einer offensichtlichen Begebenheit abgeben, ein spezielles Schild zu überreichen.
Dann war da noch dieses Vater-Tochter-Gespann, das vermutlich auf dem Weg zum RTL2-Casting war. Jedenfalls sah die Tochter so aus.
Das Sortiment war ganz in Ordnung, irgendwie fehlen mir aber ein wenig die regionalen Biere der kleineren Brauereien.
Zuerst zur alkoholfreien Variante (0,5 Liter, 0,90 Euro + 8 Cent Pfand). Abgefüllt in einer Braunglasflasche mit einem in blau gehaltenem Erdinger-Etikett. Der Kronkorken ist bedruckt. Isotonisch, Vitaminhaltig, Kalorienreduziert soll es sein. Zielgruppe scheinen Sportler zu sein... Der bewusste Sportler, der nicht auf den Biergeschmack verzichten möchte, nehme ich mal an. Dementsprechend sollte es dann wohl auch nach Bier schmecken. (Und wehe wenn nicht! :D)
Im Glas sieht die ganze Veranstaltung noch ziemlich gut aus: Honigfarben und trüb. Malziger Geruch und eine grobporige Blume, die sich sehr gut hält. Anfangs wässrig, dann ist etwas Malz zu erahnen. Im Nachgeschmack malziger und leicht getreidig, außerdem leicht säuerlich. Es erinnert an ein verdünntes Malzbier mit säuerlicher Note.
Irgendwie erschließt sich mir der Sinn der ganzen Sache nicht so recht... Wäre es nicht einfacher etwas zu trinken, das kalorienarm ist und nach etwas schmeckt?
Wie bitte? Herr Sportler? Ja, wie war das? Man möchte doch nicht auf den Biergenuss verzichten? Aber den bekommt man hier doch gar nicht...
Fazit: Verdünntes Malzbier für knapp einen Euro.
Das alkoholhaltige Weißbier (0,5 Liter, 5,3%, 0,90 Euro + 8 Cent Pfand) verfügt über ein weißes Erdinger-Etikett. Der Kronkorken ist auch hier bedruckt. Das Bier soll mit feiner Hefe in der Flasche gereift sein.
Im Glas sieht es ähnlich wie die alkoholfreie Variante aus, nur etwas trüber. Außerdem riecht es etwas fruchtiger. Die Schaumkrone ist auch hier ausgezeichnet.
Anfangs mild und süsslich, dann herber. Im Nachgeschmack hefig und honigartig. Passt irgendwie nicht so recht zusammen und ist jetzt für (ebenfalls) knapp einen Euro auch nicht so der Bringer.